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Flechtfrisur

Kunstvolle Schmuckstücke aus Holz.

Selbstgefertigte Holzzäune prägen seit Jahrhunderten die bäuerliche Kulturlandschaft in Südtirol. Sie verleihen dem ländlichen Raum seinen unverwechselbaren Charakter und dienen in erster Linie dazu, Weiden, Wiesen, Almflächen oder Bauerngärten zu umzäunen. Eine Symbiose von Schönheit und Nützlichkeit, die einzigartig für den Alpenraum ist!

Kunstvolle Techniken

Das Errichten der Zäune ist eine Kunst für sich und erfordert viel handwerkliches Geschick. Auf Hilfsmittel wie Drähte oder Eisennägel verzichten die Bauern: Nur Äste, Zweige oder Holznägel halten den kunstvollen Zaun zusammen. Der untere Teil der Pfosten wird vorher angebrannt oder mit einer Teerschicht versehen. So bleibt das Holz, das in den Erdboden gerammt wird, resistenter gegen die Feuchtigkeit. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten die Bauern verschiedene Bauweisen und somit diverse Zaunarten: Manche Zauntypen, wie der Schrankzaun, werden im Herbst abgebrochen und im Frühjahr mit geringem Aufwand wieder aufgebaut. Häufig findet sich der Schrankzaun in lawinengefährdeten Gebieten. Andere Holzzäune sind sehr robust und bleiben über viele Jahre hinweg am selben Ort erhalten.

Typische Holzzäune in Südtirol

Die einfachste Form des alpinen Holzzaunes nennt sich Scharzaun: Dieser besteht lediglich aus gekreuzten Hölzern, die eine Schere bilden (im Volksmund „Schar“ genannt). Der widerstandsfähige und dichte Ringzaun hat seine Ursprünge in der Antike: Bei dieser Zaunart werden die Querpfosten übereinandergelegt und durch geflochtene Ringe aus biegsamen Ästen (den „Widen“) umwunden. Besonders kunstvoll präsentiert sich der Speltenzaun, bei dem die Pfosten umflochten werden. Um die möglichst langen Äste für das Flechten besonders biegsam zu machen, legt man sie zuvor ins kochende Wasser oder erhitzt sie über einem Feuer. Bevor sie abkühlen, werden sie schnell und in mehreren Reihen gebunden. Das Flechtmuster unterscheidet sich von Ort zu Ort und ist mal mehr, mal weniger aufwendig gestaltet.

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