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Traubenterrassen

Ein Weinberg trotz Steillage?
Kein Problem!

Wer ein sonniges Hanggelände mit Trockenmauern stützt, vermindert die Neigung und erhält lauter Terrassen, die ideal für den Weinbau sind. Die Reben mögen’s nämlich heiß und gedeihen am besten in Sonnenlagen. Bonus für die Natur: Hier finden Insekten, Eidechsen und andere Kleintiere eine Bleibe.

Wertvolle Antiquitäten

Diese durchdachte Anbaumethode wurde schon vor Jahrtausenden rund um den Globus etwa im Himalaya- und Andengebiet angewandt – nicht nur für Wein, sondern für verschiedenste Pflanzen. Nach Südtirol gelangte das Terrassen-Know-how mit den Römern. Diese Art der Landwirtschaft ist also nicht ganz neu, aber dafür umso effizienter und auch noch schön anzuschauen: Die gleichmäßigen Terrassen verleihen den Weinbergen in Südtirols Tälern ihren ganz eigenen Charakter.

Keine nassen Füße

Hierzulande eignen sich die Terrassen nicht nur, um das Gelände anzupassen. Auch was die klimatischen Bedingungen angeht, sind die Trockenmauern nützlich. Die Steine der Mauern speichern Wärme, sodass die Reben nachts nicht auskühlen, und ermöglichen eine gleichmäßige Entwässerung des Bodens. So gibt es keine Staunässe. Der Boden wird zweimal im Jahr bearbeitet und gepflügt, damit die Wurzelstöcke lockere Erde haben. Im Anschluss ziehen die Bauern auch regelmäßige Wasserfurchen, die das Regenwasser ableiten. „Trocken“ nennt man diese Mauern aber auch, weil kein Mörtel für ihren Bau verwendet wurde. Das erleichtert die Wasserdrainage zusätzlich.

Solid gebaut

Die benötigten Steine zum Bauen fanden sich schon vor Ort, wo sie aus dem zuvor gerodeten Gelände gewonnen wurden. Sie mussten nur noch korrekt geschichtet werden: Die größeren Brocken bilden die Grundlage des Mauerwerks, nach oben hin werden die Steine immer kleiner. Die Mauer soll gut fundiert sein, die vielen Schichten aus Steinen und Geröll bündig und gut abgestützt werden. So hält das Mauerwerk selbst bei Regen den Druck der Terrassenerde aus. Dank moderner Technik gibt es heute zwar diverse Geräte, die die Arbeit im Hang erleichtern. Vieles müssen die Bauern aber nach wie vor händisch erledigen.

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